Mercedes trennt sich von Schumacher – www.2leafmedia.de

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, jetzt ist es amtlich: Michael Schumacher muss nach der Saison seine Fahrer-Karriere bei Mercedes beenden. Sein Silberpfeil-Cockpit bekommt McLaren-Pilot Lewis Hamilton.

Der Rennstall bestätigte den spektakulären Fahrerwechsel und damit auch das Aus von Schumacher beim Werksteam. “Ich hatte drei schöne Jahre beim Mercedes-F1-Team, die leider sportlich nicht so gelaufen sind, wie wir uns das alle gewünscht hatten”, sagte Schumacher in der Pressemitteilung. “Ich wünsche Lewis alles Gute und der gesamten Mannschaft den Erfolg, für dessen Aufbau wir so hart gearbeitet haben. Jetzt werde ich mich auf die kommenden Rennen konzentrieren.”

Mit dem Wechsel von Hamilton, der bei Mercedes einen Drei-Jahres-Vertrag erhält, die drängendste Personalie im Formel-1-Zirkus geklärt. Die Nachfolge von Hamilton bei McLaren wird der erst 22-jährige Mexikaner Sergio Perez vom Schweizer Sauber-Team übernehmen. Schumacher will sich indes mit einem Wechsel zu einem anderen Rennstall momentan nicht beschäftigen. “Das ist heute einfach kein Thema”, sagte seine Managerin Sabine Kehm.

Der siebenmalige Weltmeister war 2010 nach einer dreijährigen Pause in die Königsklasse des Motorsports zurückgekehrt. Von Erfolg war seine Zeit bei Mercedes aber nicht geprägt. Nach 91 Siegen und 68 Pole Positions in seiner ersten Laufbahn von 1991 bis zu seinem ersten Rücktritt 2006 schafte er es von 2010 bis jetzt nur einmal aufs Podium: Beim Großen Preis von Europa belegte er Rang 3. Immerhin gelang ihm in diesem Jahr beim Klassiker in Monaco die Bestzeit in der Qualifikation.

Weil er aber zuvor im Rennen in Barcelona einen Unfall verursacht hatte, durfte Schumacher nicht von der Pole Position starten, sondern wurde fünf Plätze strafversetzt. Wegen ähnlicher Fehler wie in Barcelona geriet Schumacher immer wieder in die Kritik, zuletzt beim GP von Singapur, wo er Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne ins Heck rauschte und von der Strecke schoss.

Zwar ließ der Altmeister immer wieder sein Können aufblitzen, allerdings schaffte er es in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht, kontinuierlich auf dem gleichen Niveau wie sein Teamkollege Rosberg zu fahren. Ausgerechnet dort, wo Schumacher am 1. Oktober 2006 beim Großen Preis von China in Shanghai seinen letzten Grand-Prix-Erfolg gefeiert hatte, gelang Rosberg in der laufenden Saison der erste Sieg für das Mercedes-Werksteam.

Schumacher dagegen plagte sich nicht nur mit dem insgesamt kaum siegfähigen Silberpfeil sondern vor allem zu Beginn dieser Saison mit einer bemerkenswerten Pannenserie. Der Altmeister zögerte seien Vertragsverlängerung hinaus, und Mercedes schaute sich auf dem Markt um.

Das kam Hamilton gerade recht. Der McLaren-Zögling, der seit seinem Formel-1-Einstieg 2007 für das britische Traditionsteam Gas gibt, pokerte um einen neuen Vertrag. McLaren wollte weniger zahlen, als Hamilton verdienen wollte, erhöhte dann dem Vernehmen nach noch mal auf umgerechnet 12 Millionen Euro. Doch ein Problem blieb aus Hamiltons Sicht und der seines Managers Simon Fuller, dessen Unternehmen unter anderem auch den Glamour-Fußballer David Beckham betreut: bei McLaren sollten private Sponsorenverträge kaum möglich sein.

Und so fiel die Entscheidung zu einem erneut spektakulären Coup von Mercedes. Rosberg bekommt damit den nächsten Weltmeister an die Seite gestellt – oder vor die Nase gesetzt. Den 27-Jährigen scheint das nicht zu stören. “Sehr cool, dass Lewis mein neuer Teamkollege wird. Das wird eine weitere große Herausforderung”, twitterte Rosberg wenige Minuten, nachdem Mercedes die Verpflichtung von Hamilton bekannt gegeben hatte. Bei sind seit ihrer gemeinsamen Zeit beim gleichen Kart-Team befreundet.

Ob Hamilton wie mit dem aktuellen McLaren auch im Mercedes um Siege oder sogar um seinen so ersehnten zweiten Titel nach 2008 mitfahren kann, bleibt indes fraglich. Fest steht nur: Am 25. November wird Schumacher seinen letzten Grand Prix für Mercedes bestreiten, möglicherweise seinen letzten überhaupt. Für viele deutsche Motorsportfans wird es ein trauriger Tag sein.

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